Artikel der Westfälischen Nachrichten vom 16. Dezember 2009
Dienstleister für Fleisch- und Geflügelindustrie
Spedition Kühn sorgt mit 120 Zugmaschinen dafür, dass Ware frisch zum
Kunden kommt (von A. Große Hüttmann)
Ostbevern. Nicht nur auf den Straßen in Deutschland sind sie nahezu überall
anzutreffen: die Lastwagen und Auflieger der Firma Kühn aus Ostbevern.
Das ist kein Wunder, denn die Spedition hat mehr als 120 Zugmaschinen im
Einsatz, außerdem mehr als 170 Auflieger. Rund 20 Millionen Kilometer legen
die Fahrzeuge des Unternehmens im Jahr zurück. Auch die weiteren Zahlen
sind sehr eindrucksvoll: Rund zweieinhalb Millionen Euro Maut muss die
Ostbeverner Firma jährlich bezahlen, und - obwohl technisch immer auf dem
neusten Stand - es fließen angesichts der immensen Jahresfahrleistung etwa
fünf Millionen Liter Diesel pro Jahr in die Kraftstofftanks der tonnenschweren
Fahrzeuge. Rund 2000 Paletten werden zudem täglich allein in Münster verladen.
“Der Standort Ostbevern ist gut“, sagte Geschäftsführer Frank Kühn in einem
Gespräch mit Bürgermeister Joachim Schindler, Jürgen Hoffstädt und Wirtschafts-
förderer Christian Driever. Ausschlaggebend sind für das Unternehmen mehrere
Faktoren. Zum einen sei die Lage zwischen den großen fleischverarbeitenden
Standorten Versmold und Münster optimal, zum anderen die Anbindung an die
Autobahn. Einen Wunsch hat der Unternehmer allerdings trotzdem: Eine
deutliche Verbesserung der Infrastruktur am Nordring sei notwendig.
Groß geschrieben wird bei Kühn eine solide Ausbildung. Zwölf junge Menschen
erlernen aktuell verschiedene Berufe in der Firma, die 220 Mitarbeiter beschäftigt.
Darunter sind sowohl angehende Speditionskaufleute als auch Berufskraftfahrer.
“Die jungen Menschen durchlaufen alle Stationen und erhalten so einen umfassenden
Einblick in unser Unternehmen”, sagte Frank Kühn.
Dass das Ostbeverner Unternehmen nahezu einzigartig ist, machte Frank Kühn
gegenüber den Besuchern ebenfalls deutlich. “Wir sind keine Spedition im
herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr Dienstleister für die Fleisch- und
Geflügelindustrie”, betonte er. Nahezu sämtliche Discounter in Deutschland
und dem angrenzenden europäischen Ausland setzen auf das Know-How der
Fachexperten aus der Bevergemeinde. Bundesweit gebe es nur noch ein anderes
Unternehmen, das ebenfalls genau in diesem Sektor tätig sei.
Dabei wird nicht nur Wert auf eine penible Hygiene gelegt, sondern auch darauf,
dass die Temperatur in den Aufliegern stets genau eingehalten wird.
Automatische Systeme kontrollieren das regelmäßig und senden im Bedarfsfall
sofort eine Mitteilung an die Zentrale.
“Wir wissen dann fast eher Bescheid als der Fahrer”, so Frank Kühn.