Artikel der Westfälischen Nachrichten
Dienstleister für Fleisch- und Geflügelindustrie Spedition Kühn sorgt mit 120 Zugmaschinen
dafür, dass Ware frisch zum Kunden kommt (von A. Große Hüttmann) Ostbevern. Nicht nur
auf den Straßen in Deutschland sind sie nahezu überall anzutreffen: die Lastwagen und
Auflieger der Firma Kühn aus Ostbevern. Das ist kein Wunder, denn die Spedition hat mehr
als 120 Zugmaschinen im Einsatz, außerdem mehr als 170 Auflieger. Rund 20 Millionen Kilometer
legen die Fahrzeuge des Unternehmens im Jahr zurück. Auch die weiteren Zahlen sind sehr
eindrucksvoll: Rund zweieinhalb Millionen Euro Maut muss die Ostbeverner Firma jährlich
bezahlen, und - obwohl technisch immer auf dem neusten Stand - es fließen angesichts der
immensen Jahresfahrleistung etwa fünf Millionen Liter Diesel pro Jahr in die Kraftstofftanks
der tonnenschweren Fahrzeuge. Rund 2000 Paletten werden zudem täglich allein in Münster
verladen. Der Standort Ostbevern ist gut“, sagte Geschäftsführer Frank Kühn in einem Gespräch
mit Bürgermeister Joachim Schindler, Jürgen Hoffstädt und Wirtschaftsförderer Christian Driever.
Ausschlaggebend sind für das Unternehmen mehrere Faktoren. Zum einen sei die Lage zwischen
den großen fleischverarbeitenden Standorten Versmold und Münster optimal, zum anderen
die Anbindung an die Autobahn. Einen Wunsch hat der Unternehmer allerdings trotzdem:
Eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur am Nordring sei notwendig. Groß geschrieben
wird bei Kühn eine solide Ausbildung. Zwölf junge Menschen erlernen aktuell verschiedene
Berufe in der Firma, die 220 Mitarbeiter beschäftigt.Darunter sind sowohl angehende
Speditionskaufleute als auch Berufskraftfahrer. “Die jungen Menschen durchlaufen alle Stationen
und erhalten so einen umfassenden Einblick in unser Unternehmen”, sagte Frank Kühn.
Dass das Ostbeverner Unternehmen nahezu einzigartig ist, machte Frank Kühn gegenüber
den Besuchern ebenfalls deutlich. “Wir sind keine Spedition im herkömmlichen Sinne, sondern
vielmehr Dienstleister für die Fleisch- und Geflügelindustrie”, betonte er. Nahezu sämtliche
Discounter in Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland setzen auf das Know-How
der Fachexperten aus der Bevergemeinde. Bundesweit gebe es nur noch ein anderes Unternehmen,
das ebenfalls genau in diesem Sektor tätig sei. Dabei wird nicht nur Wert auf eine penible Hygiene
gelegt, sondern auch darauf, dass die Temperatur in den Aufliegern stets genau eingehalten wird.
Automatische Systeme kontrollieren das regelmäßig und senden im Bedarfsfall sofort eine Mitteilung
an die Zentrale. “Wir wissen dann fast eher Bescheid als der Fahrer”, so Frank Kühn.